Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, und die ehrliche Antwort lautet immer gleich: Es hängt davon ab, wie viel Vorarbeit bereits geleistet ist. Eine Website ist kein Produkt mit Ladenpreis. Sie ist eine Reihe von Entscheidungen über Umfang, Inhalte, Schnittstellen und darüber, wie lange das Ergebnis tragen soll.
Was den Preis wirklich bestimmt
Design und Programmierung sind selten die größten Posten. In den meisten Projekten bewegt sich das Budget wegen Struktur und Inhalt, nicht wegen der Gestaltung. Bevor Sie zwei Angebote vergleichen, prüfen Sie, welche dieser Faktoren jeweils unterstellt werden.
- Anzahl der eigenständigen Seitenvorlagen, nicht die Anzahl der Seiten. Zwanzig Seiten auf drei Vorlagen kosten deutlich weniger als acht Seiten auf acht Vorlagen.
- Reifegrad der Inhalte. Vorhandene deutsche Texte, die nur redigiert werden müssen, sparen 15 bis 40 Stunden gegenüber einer Neuerstellung.
- Schnittstellen. Ein Kontaktformular ist trivial. Ein Buchungskalender, ein ERP-Produktfeed oder ein Zahlungsanbieter kostet Tage an Umsetzung und Test.
- Sprachen. Jede weitere Sprache bringt technisches Routing, übersetzte Slugs, hreflang und einen Redaktionsprozess mit sich.
- Migration. Eine Weiterleitungsstruktur für eine Website mit 400 indexierten URLs ist ein eigenes Projekt.
- Grad der Barrierefreiheit. WCAG 2.1 AA ist im normalen Budget machbar, wenn es von Anfang an geplant wird – und teuer, wenn es nachgerüstet wird.
Drei realistische Budgetspannen
2.500 bis 6.000 €: der fokussierte Onepager
Eine lange Seite, individuelles Design, eine klare Handlungsaufforderung, ein Kontaktformular und grundlegendes Tracking. Das funktioniert gut für eine einzelne Leistung, eine Veranstaltung oder ein neues Angebot, das schnell online gehen muss. Rechnen Sie mit drei bis vier Wochen. Als Wachstumsplattform taugt es nicht: Blog, Shop oder eine zweite Sprache bedeuten später meist einen Neuaufbau der Struktur.
7.000 bis 18.000 €: die Unternehmenswebsite
Acht bis fünfzehn Seiten, drei bis fünf Vorlagen, ein Blog- oder Newsbereich, ein CMS, das Ihr Team selbst bedienen kann, strukturierte Daten und ein belastbarer Inhaltsplan. In dieser Spanne landen die meisten mittelständischen Unternehmen in Deutschland, und hier ist das Geld gut angelegt, weil die Website zu einem Werkzeug wird, das der Vertrieb tatsächlich nutzt. Die Laufzeit beträgt 8 bis 12 Wochen.
Ab 25.000 €: Shop oder Plattform
Sobald Sie online verkaufen oder Benutzerkonten verwalten, vervielfacht sich die Komplexität. Katalog-Logik, Bestandsabgleich, Steuerregeln für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Zahlungsanbieter, Retouren, Rechnungsdokumente und eine Staging-Umgebung für sichere Veröffentlichungen. Vierzehn bis zwanzig Wochen sind realistisch, und das erste Betriebsjahr braucht ein eigenes Budget.
| Umfang | Preis | Dauer | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Onepager | 2.500–6.000 € | 3–4 Wochen | einer Leistung oder einem Launch |
| Unternehmenswebsite | 7.000–18.000 € | 8–12 Wochen | Mittelstand mit Vertrieb und Inhalten |
| Shop oder Plattform | ab 25.000 € | 14–20 Wochen | Onlineverkauf, Benutzerkonten |
Die teuerste Website ist die, die nach achtzehn Monaten neu gebaut werden muss, weil niemand die zweite Sprache eingeplant hat.
Die Posten, die in Angeboten häufig fehlen
- Texterstellung auf Deutsch, üblicherweise 90 bis 160 € je fertiger Textseite.
- Fotografie oder lizenzierte Bilder, ab 400 € für ein kleines Stockpaket bis 3.500 € für einen halben Fototag.
- Juristische Prüfung von Datenschutzerklärung und Impressum, 400 bis 900 €.
- Hosting, Sicherungen und Überwachung, 25 bis 180 € pro Monat.
- Wartung und kleine Änderungen nach dem Livegang, ab 149 € monatlich.
| Kostenpunkt | Übliche Kosten |
|---|---|
| Texterstellung auf Deutsch | 90–160 € je fertiger Textseite |
| Fotografie oder lizenzierte Bilder | ab 400 € (Stock) bis 3.500 € (halber Fototag) |
| Juristische Prüfung von Datenschutz und Impressum | 400–900 € einmalig |
| Hosting, Sicherungen, Überwachung | 25–180 € pro Monat |
| Wartung und kleine Änderungen | ab 149 € pro Monat |
Wie Sie zwei Angebote fair vergleichen
Fragen Sie beide Agenturen nach denselben drei Zahlen: Wie viele Vorlagen sind enthalten, wie viele Feedbackrunden sind enthalten, und was kostet ein zusätzlicher Arbeitstag nach dem vereinbarten Umfang? Diese drei Antworten erklären den größten Teil des Preisunterschieds. Ein Angebot, das 30 Prozent günstiger wirkt, aber statt drei nur eine Feedbackrunde enthält, ist nicht günstiger. Klären Sie außerdem, wer die Texte schreibt, wer die Bilder liefert und wer einsteht, wenn ein Termin nicht gehalten wird. Beurteilen Sie den Preis am Ende am Wert einer einzelnen Kundenbeziehung. Wenn ein durchschnittlicher Auftrag für Sie 8.000 € wert ist und die Website vier zusätzliche Anfragen im Monat bringt, ist das gesamte Budget in einem Quartal verdient. Liegt Ihr durchschnittlicher Bestellwert bei 40 €, sieht diese Rechnung völlig anders aus – dann lautet die ehrliche Empfehlung eher: kleinere Website, größeres Werbebudget.



